Nachdem ich neulich bereits einen Artikel unter einem falschen Thema erstellt habe, ist mir zwischendurch mal die Idee gekommen, dass ich so eine Art Kochbuch im Baukastensystem verfassen könnte. Als Baukastenkochbuch bezeichne ich eine Art System, in dem zunächst alle möglichen Zutaten, Techniken und Ideen einzeln besprochen werden, so dass man sich daraus seine eigene Küche basteln kann. Natürlich gibt es dann auch Menüvorschläge, die greifen dann aber bei der Zubereitung auf die vorher erstellen Bausteine zurück. So kann man sich einerseits komplette Menüs aussuchen, aber auch selbst zusammenstellen, kombinieren und nach verschiedenen Gesichtspunkten kochen. Wer zum Beispiel abnehmen will oder Diabetiker ist oder Vegetarier, kann sich eben das heraussuchen, was für ihn gerade richtig ist. Das einzige, was bei mir wirklich spartanisch daherkommt, ist die Technik, weil ich mit sehr wenig Flammen auskomme (ich benutze nur eine einzige Kochplatte und einen Umluftherd, würde mit zwei Flammen natürlich auch gehen). Die Gerichte selbst sind nicht ausschließlich, aber immer wieder auf gesunde und abwechslungsreiche Ernährung und Kosteneinsparung ausgelegt. Mit dazu gibt es Tips, was man wo am besten bekommt und hier und da die eine oder andere Information zu einzelnen Zutaten, was deren Funktion im menschlichen Körper angeht, warum man bei bestimmten Dingen einfach nicht "nein" sagen kann und ähnliches. Natürlich lebt so ein Forum vom Mitmachen, also: her mit Euren Rezepten, mit Eurer Kochtechnik, wer macht den Pudding und wer den Kuchen?
Die Gourmetküche wird in den Medien und bei den Küchenherstellern gerne sehr groß und mit vielen Pfannen und Töpfen dargestellt. Sicher hätte ich auch gerne einen 3m²-Herd, um den ich herumlaufen kann, einen Backofen, wo ein halbes Schwein hineinpasst und für jede Zutat nicht nur den richtigen Topf oder die richtige Pfanne, sondern auch noch das korrekte Messer, die ideale Unterlage für die Bearbeitung und eine Kühltruhe mit verschiedenen Temperaturzonen. Üblicherweise stellt einen das auf einem Campingplatz vor gewisse Probleme, was Platz- und Energiehaushalt angeht, da man auch weniger den Starkoch auf dem Camping geben möchte, sondern die vorhandenen Ressourcen sinnvoll nutzen möchte.
Was braucht man an Geräten, um für eine Minigesellschaft von bis zu vier Personen großartige Mahlzeiten mit wenig Aufwand herzustellen?
Basierend auf der Idee, dass wir auf dem Campingplatz eher selten ein Vier-Gänge-Fünf-Sterne-Menü servieren, genügt im Extremfall eine einzige Flamme, zwei vereinfachen manche Dinge ein wenig. Als Flamme bezeichne ich hier nicht nur die Gasflamme, sondern insbesondere bei fest aufgestellten Wohnwagen auch den Elektroherd. Hier bin ich ein ausgesprochener Fan von Induktionskochplatten, die man immer wieder mal im Angebot für unter 50 Euro findet. Der alte Vier-Platten-Elektroherd aus dem Keller kostet zwar in der Anschaffung eventuell gar nichts mehr, verbraucht aber deutlich mehr Strom, geht mit der verbrauchten Energie wesentlich ineffizienter um und bei den Strompreisen auf dem Campingplatz kann das beim Dauercampen innerhalb weniger Monate die gesamte Bilanz kippen.
Bei Induktionskochfeldern ist allerdings darauf zu achten, dass nicht alle Töpfe und Pfannen dafür geeignet sind. Aluguß beispielsweise ist zwar schön leicht, wird aber schlecht warm. Reine Aluminium-Töpfe sind gar nicht verwendbar, es sei denn, sie haben einen Metallboden mit hohem Eisengehalt, der extra zu diesem Zweck eingebunden ist.
Grundsätzlich brauchen wir also eine Flamme zum Kochen, ein Gerät zum Warmhalten und eine Kühlmöglichkeit. Zum Warmhalten nehme ich einen Mikrowellenherd mit integriertem Umluftofen, wenn ich Strom zu Verfügung habe, es tut aber auch ein Bratentopf, der auf eine zweite Flamme gestellt wird. In diesem Fall kann die zweite Flamme aber auch ein heißer Stein sein, der z.B. mit Fonduebrennern erwärmt wird. Auch sehr gut geeignet sind die Dünst-Töpfe, in denen man mehrere Böden hat. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Fleisch wird durch den entstehenden Wasserdampf schnell mal etwas "blaß im Geschmack". Für Gemüse allerdings sind diese Töpfe unschlagbar. Wer die Variante mit dem Bratentopf wählt, sollte schauen, dass er irgendwo ein geeignetes Rost herbekommt, damit der Boden des Topfes mit Wasser bedeckt werden kann, ohne dass die Speisen gleich baden gehen.
Zur Kühlung genügt der einfache Kühlschrank, wie er in vielen Wohnwagen verbaut ist. Wer einen Wagen ohne Kühlschrank hat, stellt sich einen normalen Haushaltskühlschrank ins Vorzelt, achtet dabei aber bitte darauf, dass der nicht älter als zehn Jahre ist, denn auch hier geht die Technik weiter: mindestens Energieeffizienzklasse A oder besser ist angesagt, auch hier spielt der Strompreis auf dem CP eine wichtige Rolle. Wenn ein kleines Gefrierfach dabei ist, vereinfacht das die Lagerung mancher Speisen auf längere Zeit, treibt aber auch den Stromverbrauch in die Höhe. Hier muss man abwägen, was billiger ist: der Strom oder zusätzliche Einkaufsfahrten. Wer gar keinen Kühlschrank hat oder kaufen kann, kann auch eine von diesen Auto-Kühlboxen nehmen, aber hier rate ich zu den teureren Varianten. Die 30-Euro-Kisten taugen nicht viel, die sind für den Dauerbetrieb einfach nicht gemacht. Dazu kommt, dass diese Kühlboxen gerne auch mal innen feucht werden, was allerdings einfach zu beheben ist: ausräumen, auswischen, einräumen. Für mehr als zwei Personen sind diese Boxen allerdings kaum geeignet. Es gibt große Boxen, die natürlich mehr können und auch mal ein halbes Jahr durch laufen können, ohne kaputt zu gehen, aber für den Preis bekommt man dann typischerweise schon wieder einen A+-Kühlschrank. Vorteil der Boxen für unterwegs: die laufen auch auf 12 Volt.
Wem danach ist, dann und wann einen Kuchen zu backen, der sollte isch genauer mit den Mikrowellengeräten mit integriertem Umluftherd befassen oder einen dieser kleinen Tischbacköfen zulegen, die zwar nicht unbedingt energieeffizient sind, aber für den gelegentlichen Einsatz ausreichen. Zu beachten ist hier allerdings unbedingt die Größe, da viele Kuchenformen das Vorstellungsvermögen der Ofenhersteller offenbar sprengen.
So viel zu der notwendigen Technik, um Speisen warm oder kalt zu machen, mehr ist wirklich nicht nötig. Natürlich will man auf dem CP mal grillen, der Grill zählt daher natürlich auch mit zu den wichtigsten Utensilien. Hier ist es eine reine Anforderungsfrage, für was für ein Gerät man sich entscheidet. Für den ständigen Einsatz empfehle ich einen nicht allzu großen Kugelgrill, also einen mit Deckel. Der nutzt die Hitze besser aus und ist daher mit weniger Energiezufuhr zu betreiben. Gas oder Kohle? Nun - Kohle ist nur mäßig umwelt- und gesundheitsförderlich, schmeckt dafür besser. Vielleicht ist das auch nur Einbildung. Kohle muss wieder zusätzlich gekauft werden, es entsteht Abfall zur Entsorgung - für den Dauerbetrieb also lieber Gas.
Wer gerade gar nichts hat und ganz von vorne anfängt, sollte sich am besten zunächst Gedanken machen, was und wie er am liebsten kochen und essen möchte und danach seine Geräte aussuchen. Wer etwa einen Gasherd kaufen will, aber auch gerne im Sommer im Freien kochen will, im Winter aber in den Wagen gezwungen wird, ist eventuell mit einem mobilem Gaskocher besser bedient, als mit einem Festeinbau. Auch bei Induktionsplatten bin ich ein Fan der Einzelplatten.
Damit haben wir dann erst einmal die Basis, um überhaupt irgendetwas kalt oder warm zu machen. Im nächsten Beitrag geht es dann um "Pott & Pann", um Gefäße, Behältnisse, Töpfe, Pfannen und Geschirr.
Richtig gute Idee und auch ein toller Beitrag. Bin schon auf die Fortsetzung gespannt ;-)
Wobei mir da grad zu den Induktionsplatten einfällt, dass man auch auf die Topfgröße achten muss. Wer so ein kleines Stielkännchen zum Milch warm machen oder ein ähnlich kleines Teil auf diese Platten stellt, wird wohl verzweifeln - da wird niemals was heiß, weil die einfach von der Induktionsplatte nicht erkannt werden.